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Mai 04 07:41

Ich muss den Himmel sehen ...

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Ich muss den Himmel sehen ...

Apr 29 20:16

Waldmeisterliches

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Waldmeister – welch handfester Name für ein anmutiges Kräutlein! Doch obschon so zart, meistert es beharrlich sein Auskommen in lichten Laubwäldern und Gärten.

Im Mai und Juni blüht die Pflanze, die ob ihrer Verwendung auch Duftlabkraut, Waldtee und Herzfreund genannt wird. Also sputen wir uns, möglichst noch vor Beginn der Blüte die quirlig um den Stängel angeordneten Blättchen zu zupfen.
Das Kraut wird kurz und kräftig abgebraust und trocken getupft. Dann lassen wir es, ausgebreitet auf einem Holzbrett, einen Tag lang welken. Das ist notwendig, damit der Meister seine Duftstoffe entwickeln kann.

Das Kraut ist wohldosiert zu genießen. Zu große Mengen könnten Kopfschmerzen verursachen. Da ist es gut zu wissen, dass die Waldmeisterblättchen sehr ergiebig würzen. Es reicht also, wenige Blättchen in etwas Apfelsaft, Weißwein oder Sekt zu geben. Nach dem Abseihen kann der Kräuteransatz mit den Getränken vermischt werden. Oder wir verwenden Waldmeistersirup.

Waldmeistersirup

1 l Wasser mit 1 kg Zucker aufkochen. Den Saft und die Schale von 2 bis 4 Zitronen (Anzahl ist Sache des eigenen Geschmacks) sowie 20 g Waldmeisterblättchen hinzufügen. Den Sirup 2 Tage lang kühl und dunkel ziehen lassen, dann abseihen und in Flaschen füllen.
Mit dem Sirup lassen sich Süßspeisen, Liköre und Eis abschmecken. Oder eine Fruchtsaftschorle und Tee. Oder wir marinieren Erdbeeren. Unentbehrlich ist Waldmeistersirup für eine Ur-Berliner Institution: die Weiße mit Schuss. Die Berliner Weiße ist ein spezielles Weizenbier. Dieses wird mit einem Schwaps (=Schuss) Himbeer- oder Waldmeistersirup versetzt und in bauchigen Gläsern mit einem Trinkhalm serviert.

Der Klassiker an sich ist die Mai-Bowle. Früher glaubte man, dass Hexen sich durch den Waldmeister vertreiben ließen. Und da die Besenreiterinnen zu Walpurgis, also in der Nacht zum 1. Mai, auch heute noch ganz besonders rastlos unterwegs sind, fügt es sich glücklich, den Mai mit einem Herzfreund zu beginnen.

Mai-Bowle

2-3 Stängel welkes Waldmeisterkraut in 1 l Weißwein ziehen lassen. Einen Tag kühl stellen, gelegentlich umrühren. Wein abseihen. 2-4 EL Zucker in wenig heißem Wasser auflösen und dem Wein untermischen. Die Zuckermenge richtet sich nach der Weinsäure und wie süß man es gern hätte. Zum Servieren wird der Wein mit kühlem Sekt aufgespritzt.
Die Mai-Bowle schmeckt übers ganze Jahr und natürlich auch ganz ohne Hexenzauber. Wir variieren sie mit Apfelsaft und Kräutertee, mal mit, mal ohne Wein und Sekt.

Apr 01 17:45

Ei Oi oder oi Ei?

Märzenbecher                                                                                       Neugierig auf weitere Blogeinträge ... hierentlang!

Heißt es „ei Oi“ oder „oi Ei“? Das ist eine Frage, die Schwaben umtreibt, anderen Stammesvertretern jedoch nur ein Schulterzucken abringt und Hausfrauen ein müdes Lächeln.
Denn es ist Ostern. Es grünt und blüht, und zwischen all den zarten Sprösslingen leuchten viele bunte Ostereier.

Eier gelten im Sinne des christlichen Fastengebotes als „flüssiges Fleisch“. Da Hennen dessen ungeachtet weiter legen, wir die Eier aber nicht aufbrauchen, häuft sich allmählich ein Vorrat an, den wir nun, zu Ostern, abtragen wollen.
Also schmücken und dekorieren wir mit den Eiern und deren Schalen. Doch wohin mit dem Inhalt der rohen Eier? Da bietet sich Gebackenes an, das anschließend eingefroren werden kann. Eine andere einträgliche Gelegenheit sind selbstgemachte Nudeln. Das geht ganz einfach: Ein Ei mit etwas Rapsöl (knapp einen Teelöffel voll) und einer Prise Salz verquirlen. Dann das Ei in soviel Mehl unterkneten, bis ein fester Teig entsteht. Ein Teil des Mehls kann durch Hartweizengrieß ersetzt werden. Insgesamt braucht man etwa 100 g Mehl/Grieß auf ein Ei. Teig dünn auswalken und in Streifen (kleinfingerbreit) schneiden. Bandnudeln an der Luft trocknen lassen. Meine Oma spannte früher einen Faden quer durch die Küche und hängte die Teigstreifen auf. Nach dem Trocknen werden die Nudeln portioniert verpackt und trocken gelagert. Sie sollten demnächst aufgebraucht werden.
Zum Verzehr der hartgekochten Eiern bietet sich ein Eierauflauf an: Eischeiben abwechselnd mit Gemüse und Schinkenstreifen in eine ausgebutterte Auflaufform schichten. 100 ml Joghurt mit einem Ei verquirlen, mit Pfeffer, Salz und Muskat würzen, über dem Auflauf verteilen. Dreißig Minuten bei 200 °C backen.

Letztlich bleibt zu erwähnen, dass mein schwäbischer Ehemann die Oier-Frage an sich nicht versteht, denn „’s isch ‚oi Oi’ nadierlich!“
 

Mär 17 22:10

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Mär 16 09:25

Gedanken zu einer langen Reise

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Gedanken zu einer langen Reise

Mär 08 13:23

Allerbeste Reste

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„Iss brav auf, dann ist morgen schönes Wetter“. Kommt Ihnen dieser Satz bekannt vor? Oh ja, wir haben ihn als Kind zu hören bekommen und geben ihn heute gerne an unseren Nachwuchs weiter – zumeist mit einem Augenzwinkern, denn die heutige Jugend weiß schließlich, dass Petrus sich nicht bestechen lässt.
Genau genommen ist der Satz schlichtweg falsch, beruht er doch auf einem innerdeutschen Missverständnis. Norddeutsche Mütter nämlich versprechen für geschleckte Teller ihren Kinnings (Kindern), „et givt Godes wedder“ und nicht „godes Wedder“. Hochdeutsch: „es gibt Gutes wieder“ – und nicht „gutes Wetter“.
Heute müssen Kinder nicht mehr aufessen müssen. Und wenn nun etwas vom Mahle übrigbleibt, ist es kreative Aufgabe, die Reste zu würdigen. Eine Ehre, die wir grad jetzt zur Fastenzeit bewusst leben und loben.

Auflauf
Reste klein schneiden, schichtweise in eine gefettete Auflaufform geben. Mit Eiermilch übergießen. Im Ofen backen, kurz vor Schluss mit geriebenem Käse bestreuen.

Bauernomelett
Kartoffeln in Scheiben schneiden, Fleisch- und Gemüsereste würfeln. Alles zusammen mit etwas Zwiebel in einer Pfanne resch anbraten. Verquirlte Eier drüber gießen, stocken lassen.

Bratenbrot
Übrigen Braten in Scheiben schneiden, auf Brotscheiben legen und mit einem Spiegelei krönen.

Hoppel-Poppel
Bratkartoffeln zubereiten. Gemüse- und Fleischreste separat anbraten, zu den Bratkartoffeln reichen.

Sülze
Etwas Brühe stark reduzieren, entfetten. Sie sollte nach dem Abkühlen erstarren, also eine gallertartige Konsistenz haben. Gallert mit Weißweinessig abschmecken. Auf den Boden einer Schüssel eine Schicht Gallert geben, klein geschnittene Fleisch- und Gemüsereste darauf. Dann immer abwechselnd Brühe und Reste einschichten, bis alles aufgebraucht ist. Kühl stellen.

Und zum Nachtisch: Scheiterhaufen
Altbackenes Brot scheibenweise in Eiermilch tunken, dann in eine Auflaufform geben. Darauf kommt portioniertes frisches Obst oder abgetropftes Kompott.
Brot und Früchte abwechselnd einschichten. Zuoberst schließt Brot den Auflauf ab. Im Ofen backen. Mit Zimtzucker servieren.

Feb 13 11:51

Stimmen aus dem Umfeld!

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Blog_Eigenbrötlerin_02_02_2012

 

 

 

Feb 05 16:25

Konfetti: papptrocken oder zuckersüß

Konfetti                                                                             Neugierig auf weitere Blogeinträge ... hierentlang!

Konfetti gehören zum Karneval, zu Silvester und Kindergeburtstagen. Wer die Papierschnipsel einmal bei einer familiären Feier innerhalb der eigenen vier Wände zugelassen hat, kann sich noch wochenlang danach eines Immer-Wiedersehens mit ihnen erfreuen. Es ist erstaunlich, wo und wie lange Konfetti sich verstecken! Es sollte uns vorab zu denken geben, dass die Schnipsel ja auch nie in der Einzahl als Konfetto auftreten.

Konfetti sind namentlich die papiernen Nachfolger süßen Konfekts. In Italien, dem Ursprungsland beider Freuden, war es zu verschiedenen Anlässen üblich, Konfekt auf jubelnde Gäste und Zuschauer herabregnen zu lassen. So wie es zeitgenössische Karnevalisten in unseren Breiten gerne mit Ka(ra)mellen tun. Doch diese Ausschüttungen waren einerseits teuer. Andererseits kann sich ein Bonbon, zum Wurfgeschoss auserkoren, durchaus zu einer Gefahr entwickeln. Gewollt oder ungewollt.
Jedenfalls sah man sich veranlasst, das Treiben in sanftere Bahnen zu lenken. Das geduldige Papierschnipsel ward erfunden – ohne der Beliebtheit süßen Konfekts Abbruch zu tun.

Weiche Karamellen (rheinisch: Kamellen)
120 g Zucker und eine Vanilleschote in ein gut schließendes Glas füllen. Eine Woche lang täglich durchschütteln.
In einem Topf mit großem Durchmesser 40 g Butter schmelzen, 1 Prise Salz und den aromatisierten Zucker (ohne Schote) dazu geben. Langsam rühren bis sich der Zucker aufgelöst hat. Je 160 ml warme Milch und Sahne (oder Kondensmilch) mit einem Schneebesen einsprudeln. Aufkochen lassen, dann die Wärme reduzieren. Sollte der Zucker dabei kristallisieren – kein Problem, er löst sich in der Hitze wieder auf. Das Karamell soll leise weiter köcheln. Häufig umrühren. Je nach Topfgröße und Wärmezufuhr reduziert sich die Flüssigkeit mal schneller, mal langsamer. Empfehlenswert ist, einen breiten Topf zu verwenden und die Wärme eher gedrosselt zuzuführen: Es soll „sanft blubbern“. Nach etwa dreißig Minuten Kochzeit wird die Masse dicker. Jetzt muss öfters umgerührt werden.
Wer mag, drückt die Vanille aus der Schote und rührt es unters Karamell.
Wenn die Masse breiig wird, einen Teelöffel entnehmen und auf einem Teller zum Abkühlen stellen (Beim Marmeladekochen würde es jetzt heißen: Machen Sie die Gelierprobe!). Wie fest Karamell sein soll, ist Ansichtssache. Die meisten mögen es lieber schön weich. Wem es schon zu dick ist, der gibt tröpfchenweise etwas Milch oder Sahne in die Masse. Wem es noch zu weich ist, lässt es weitere zehn bis zwanzig Minuten kochen. Mein Karamell ist gut, wenn es die Konsistenz eines schwer reißenden Rührkuchenteiges hat.
Die Masse einen Zentimeter dick auf einem Teller oder Backpapier verstreichen, auskühlen lassen, in Bonbon-Würfel schneiden.
Heute leider ist mein Karamell etwas zu weich geraten. Also habe ich es in ein Glas gefüllt, und wir werden es als Brotaufstrich genießen.

Die Karamellen schmecken wirklich sehr gut – es wäre schade, sie zu werfen, worauf auch immer.